Ayurveda bedeutet übersetzt „Das Wissen vom langen Leben“. Diese fernöstliche Heilkunst findet auch in der abendländischen Kultur immer mehr Anklang und Anhänger. Damit die Menschen aber nicht in die Ferne schweifen müssen, um authentisches Ayurveda zu erleben, hat das Sport- & Vitalhotel Ellmau in Saalbach Hinterglemm den Ayurveda-Meister Manjula aus Sri Lanka in den Pinzgau gebracht. Im Interview spricht er über seinen Werdegang, über die Kulturunterschiede zwischen Sri Lanka und Österreich und gibt abschließend noch einfache ayurvedische Tipps.
Woher kommen Sie?
Aus Sri Lanka, genauer gesagt aus Balapitiya im Süden der Insel.
Wie sieht ihr ayurvedischer Werdegang aus?
Balapitiya zählt zu den Tourismusorten Sri Lankas. Durch die hohe Anzahl an Touristen aus dem Westen hatte ich die Möglichkeit Deutsch zu lernen. Ich interessierte mich immer mehr für die Leute aus dem Westen und deren Lebensweisen und es war für mich klar, dass ich gerne im Tourismus arbeiten möchte. In einem Hotel stieß ich dann auf einen Kurs namens „Ayurveda für Europäer“ und schrieb mich dort ein. Die Ausbildung dauerte 1 Jahr und ich war von Anfang an begeisterter Schüler. Durch meine Deutschkenntnisse war ich auch des öfteren Dolmetscher zwischen den Gästen und meinen Kollegen, die kaum ein Wort Deutsch oder Englisch sprachen.
Wer hat Ihnen die Lehre des Ayurveda beigebracht?
Ich hatte die große Ehre ein Schüler von Dr. Alawattegama zu sein.
Er gilt als „Meister des Ayurveda“ und ist nicht nur in Sri Lanka, sondern weit über die Grenzen Europas bekannt und beliebt. Er stellt sogar seine eigenen Ayurveda-Heilmittel und Öle her, deren Rezepte in seiner Familie mündlich überliefert werden.
Er lehrte mich die Theorie und Praxis des Ayurveda.
Was treibt Sie nach Saalbach Hinterglemm?
Nach meiner Ausbildung kam ich 1994 das erste Mal nach Europa und zwar nach Hamburg und war sofort fasziniert von dieser anderen Welt. So zog es mich immer wieder von zu Hause weg und ich reiste quer durch Europa. In Innsbruck arbeitete ich schließlich in einer Ayurveda- Praxis, wo ich auch meine jetzige Arbeitgeberin, Frau Wolf aus Saalbach Hinterglemm kennen gelernt habe.
Können Sie uns die deutlichsten Kulturunterschiede zwischen Sri Lanka und Österreich nennen?
Oh, da gibt es viele, das sind zwei völlig verschiedene Welten.
Hier in Österreich läuft alles sehr geregelt ab, die Menschen halten sich an Termine.
In Sri Lanka ist das Leben viel langsamer. Was man heute nicht mehr schafft, das macht man eben morgen. Pünktlichkeit ist sowieso ein Fremdwort, auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es laufen dort auch Kühe, Hunde, Katzen, etc. ständig frei auf der Straße herum, das würde es hier nicht geben.
Was können die Kulturen voneinander Lernen?
Srilankesen können von Österreichern lernen geregelter zu leben und pünktlich und termingerecht zu arbeiten.
Österreicher können hingegen von den Srilankesen lernen, richtig und gesund zu leben. Wir essen viel weniger Fleisch und mehr Fisch, Gemüse und Reis. Allein schon durch die Nahrungsumstellung beugt man vielen Krankheiten vor.
Möchten Sie den Gästen während einer Behandlung etwas Bestimmtes vermitteln?
Meine Behandlungen beschränken sich nicht nur aufs Massieren allein. Bei meinen Anwendungen analysiere ich den gesamten Körper des Gastes und gehe dann auf die speziellen und individuellen Schwachstellen ein. Ich versuche den Gästen auch so viel wie möglich über die Lehre des Ayurveda zu erzählen und gebe ihnen auch noch wichtige Übungen und Tipps für zu Hause mit.
Was gefällt Ihnen in den Bergen am Besten?
Generell die Landschaft finde ich unglaublich schön, aber auch die Menschen in der Region sind sehr sympathisch und hilfsbereit. Mir ist auch aufgefallen, dass die meisten Menschen hier sehr direkt sind, sie sagen alles gerade heraus ohne dass man lange um den heißen Brei herumredet.
Was mir auch besonders gut gefällt: die Gewichtung und Qualität des Handschlages. Wenn man etwas mit einem Handschlag besiegelt, dann gilt das wie ein schriftliches Dokument.
Haben Sie schon eine Österreichische Leibspeise?
Oh ja, ich liebe Speckknödel mit Sauerkraut!
Können Sie uns noch ein paar Tipps aus dem Ayurveda mitgeben?
Selbstverständlich. Trinken Sie jeden Tag nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser, das regt die Verdauung an. Mittags sollten Sie Ihre Hauptmahlzeit einnehmen und Abends wenn möglich kein rohes Gemüse und Salat zu sich nehmen, da dies schwer verdaulich ist. Essen Sie dann lieber eine Suppe, Fisch oder gedünstetes Gemüse.

